Wie kann man Windows 7 auf Intel 100/200 und AMD AM4 installieren?

Da ende 2019 auch der Support für Windows 7 ausläuft, wird ausdrücklich zum Umstieg auf Windows 10 geraten.

Dennoch haben viele Nutzer spezielle Anwendungen, die unter Windows 10 nicht mehr funktionieren. Daher soll diesen natürlich auch solange wie Möglich frei stehen, weiterhin Windows 7 zu nutzen.

Doch warum kann man nicht einfach die alte Windows 7 DVD in den neuen Computer einlegen und installieren?

Hierzu müssen wir leider etwas weiter ausholen, um alle Probleme zu schildern. Wer nur nach der Anleitung sucht, schaut einfach etwas weiter unten.

Die Probleme kurz und einfach erklärt:

Die USB 3.0 Problematik:

Die ganz neuen Computer und Notebooks haben häufig nur noch USB 3.0 Anschlüsse. Dies ist in erster Linie ja gut, führt bei Windows 7 aber schon bei der Installation zu folgendem Problem: Ihr schließt eure Maus und eure Tastatur an euren Computer an und bei der Installation könnt ihr diese mit eurer alten DVD nicht benutzen. (Notebooks sind unter Umständen nicht betroffen, da Touchpad und Tastatur hier intern anders angeschlossen sind)
Denn als Windows 7 auf dem Markt erschienen ist, gab es USB 3.0 noch nicht in der heutigen Form. Daher kann die Installation auch von Haus aus nur mit USB 2.0, oder den alten PS/2 Anschlüssen umgehen.
Mit Glück hat heuer Computer noch einen einzigen PS/2 Anschluss, über den zumindest eine Maus, oder Tastatur funktioniert, sodass man sich mühsam durch die Installation navigieren kann. Bei ganz neuen Computern gibt es diesen Anschluss jedoch nicht mehr, oder er funktioniert auch nicht, weil er eigentlich intern doch ein USB 3.0 mit einem alten Anschluss ist.

Die Grafik Problematik:

Leider werden einige neue Grafikeinheiten nicht mehr von Windows 7 unterstützt. Bei einem Notebook kann natürlich nicht einfach eine ältere Grafikkarte eingesetzt werden, hier bleibt leider nur Windows 10. Generell sind jedoch nicht alle Prozessoren noch für Windows 7 geeignet.

Auf welchen Computern kann Windows 7 installiert werden?

Intel:
– Generell auf allen Computern mit Intel H110, B150, H170, Z170, B250 und Z270 Chipsatz. (300 Chipsatz z.Z. noch nicht selbst getestet, funktioniert jedoch scheinbar nicht mehr)

AMD:
– !!! Hier gibt es eine Ausnahme: NICHT möglich ist die Installation mit folgenden Prozessoren: Threadripper Serie, Athlon Vega 200GE, 2200GE und 2400GE.
– Generell auf allen Computern mit AMD A320, B350, X370, B450 und X470 Chipsatz.

1. Schritt: Neue Installationsdatei mit USB 3.0 erstellen

Als erstes benötigen wir eine neue Installationsdatei für Windows 7 mit Unterstützung für USB 3.0 Anschlüsse. Hierzu erstellen wir uns am Besten direkt einen USB-Stick, um keine DVD zu verschwenden, falls etwas nicht funktioniert.

Hierzu erstellen wir uns als erstes eine Windows7.iso von unserer Windows 7 DVD, falls wir nicht schon eine passende .iso Datei haben. Dies können wir z.B. ganz einfach mit dem Programm CDBunerXP erledigen.

Nachdem wir unsere Installationsdatei nun auf dem Computer haben, können wir diese mithilfe von verschiedenen Tools bearbeiten und für USB 3.0 vorbereiten.

Passende Tools findet ihr z.B. bei folgenden Herstellern:
– MSI: Win7 Smart Tool
– Gigabyte: WindowsImageTool
– ASRock: Win 7 USB Patcher

Die Tools arbeiten alle sehr ähnlich, das Tool von MSI bietet jedoch die meisten Funktionen, daher bezieht sich das weitere Vorgehen auf dieses Tool. Zuerst wählt ihr die erstellte .iso Datei mit dem Tool aus und anschließend den USB-Stick, über den ihr später installieren wollt.

Nachdem ihr das Tool das erste Mal habt durchlaufen lassen, wurde euer USB-Stick mit der Windows 7 Installation ausgestattet, jedoch noch nicht mit den passenden Treibern. Wählt nun „Add USB drivers“ und wählt unten alle Treiber und euren USB-Stick aus. Wenn das Tool fertig ist, könnt ihr die Installation starten.

2. Schritt: Alle Treiber und Updates installieren

Wenn euer Windows installiert und eingerichtet ist, solltet ihr zunächst alle weiteren Treiber und Updates installieren. Falls ihr von eurem Hersteller keine Treiber für Windows 7 bekommt, versucht einfach die für Windows 8 oder Windows 10, meist funktionieren diese auch noch für Windows 7.

Für viele ist hier wahrscheinlich schon die Installation abgeschlossen.

3. Schritt: Für einige Intel-Nutzer

Da Intels Kaby-Lake Grafikeinheit offiziell nicht mehr von Windows 7 unterstützt wird, bekommt man zwar einen funktionierenden Treiber, jedoch auch gleichzeitig andauernd eine Warnmeldung, dass der Prozessor offiziell nicht unterstützt wird.

Zum Glück schafft hier das kleine Tool „wufuc“ eines Reddit-Nutzers „Zeffy“ für Abhilfe. Das aktuellste Tool findet ihr schnell über Google oder direkt bei Reddit.